Anwendung für das Brainstorming

22. Januar 2022 0 Von Michael

Inhalt

  • Was ist Brainstorming?
  • Anwendungsmöglichkeiten des Brainstormings
  • Vorbereitung vor dem Brainstorming
  • Wie läuft Brainstorming ab?
    • Regeln
    • Ideenfindung
    • Ideenauswertung
  • Nachbereitung des Brainstormings

Was ist Brainstorming?

Brainstorming bedeutet wörtlich “using the brain to storm a problem” – Das Gehirn verwenden zum Sturm auf ein Problem. Es wurde von Alex F. Osborn (1939) entwickelt und von Charles Hutchison Clark modifiziert. Ziel ist die Erzeugung von neuen und ungewöhnliche Ideen in einer Gruppe von Menschen. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Brainstorming in etwa Ideensammlung oder Ideenfindung oder Denkrunde.

Anwendungsmöglichkeiten des Brainstormings

Brainstorming kann zum Einstieg:

  • in ein Problem,
  • zur Produktentwicklung,
  • Ideenfindung in der Werbung
  • und beim Konstruieren neuer technischer Geräte

eingesetzt werden. Falls Kreativ-Meetings festgefahren sind, kann es als Lösung und zur Lockerung verwendet werden.

Brainstorming zum Einstieg
Problem, Produktentwicklung, Ideenfindung, Konstruktion

Vorbereitung vor dem Brainstorming

Die Vorbereitung gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil umfasst die Fragestellung, ob ein Brainstorming durchgeführt werden kann. Eine Checkliste findet dabei Verwendung. Der zweite Teil beinhaltet die Ausarbeitung einer Agenda.

Erster Teil der Vorbereitung

Bevor man ein Brainstorming für ein Problem durchführen will, ist es sinnvoll zu fragen, ob ein Brainstorming überhaupt durchgeführt werden kann. Auf den ersten Blick wird man pauschal sagen: “Natürlich, warum nicht?”

Aber ist ein Brainstorming wirklich die richtige Kreativitäts-Technik für die Lösung des Problems? Es gibt noch weitere Techniken wie die Walt-Disney-Methode, Mindmapping, 6-3-5 Methode und viele weitere. siehe hier bei Wikipedia.

Warum sagen dann viele, wenn es um die Lösung eines Problems geht:

“Na dann machen wir ein Brainstorming!”

Eben weil es eine sehr bekannte Methode ist. Sie ist aber nicht immer geeignet. Richtig systematisch durchgeführtes Brainstorming dauert gut und gerne zwei bis drei Stunden. Und es kann sein, dass Folgetermine notwendig sind. Sofern alle Ideen bewertet werden (hinsichtlich Risiken und Chance der einzelnen Idee).

Ich selbst wollte zu dem Thema Projektmanagement auf Arbeit Brainstorming machen. Das wurde auch schon mehrmals angedeutet. Man fragte mich wann es dafür einen Termin gibt. Ich recherchierte zum Thema zuerst auf YouTube. Dann erstellte ich die Agenda und verschickte die Einladung. In dem Video “Brainstorming, richtig gemacht!” fand ich einen guten Leitfaden. Den teile ich im Folgenden.

Der erste Schritt, den ich schon erwähnt hatte, ist zu fragen:

Kann ein Brainstorming durchgeführt werden?

Dazu hilft folgende Checkliste, bevor man versucht ist “Ja” zu sagen:

  • Werden neue Ideen benötigt?
  • Ist es möglich neue Ideen zu dem Thema umzusetzen?
  • Sind genügend Teilnehmer verfügbar, die zum Thema Ideen erzeugen können (mindestens vier, maximal sieben)?
  • Ist genügend Zeit für Brainstorming verfügbar?

Nachfolgend nochmal in einer anderen Form dargestellt.

Durchführbar? neue Ideen? Umsetzbar? Teilnehmeranzahl? Zeit?

Zweiter Teil der Vorbereitung

Die Agenda für das Brainstorming auszuarbeiten, umfasst den zweiten Teil der Vorbereitung. Um welches Thema oder Problem geht es? Was sind die die Ziele und Erwartungen?

Eine empfohlene Dauer für das Brainstorming-Meeting ist bis zu drei Stunden. Dabei wird die Ideenfindung mit 45 bis 60 Minuten an Zeitbedarf eingeplant. Für die nachfolgende Ideenauswertung werden bis zu zwei Stunden empfohlen. Die Ideenauswertung ist unabhängig von der Ideenfindung Sie sollte nicht schon bei der Ideenfindung erfolgen. Eine Bewertung der Idee in der Ideenfindung-Phase kann zum Blockieren weitere, zu generierende Ideen führen. Man überlegt sich dann zweimal was man sagt. Es entsteht eine Blockade im Gehirn und es wird vor dem Äußern der Idee schon im Kopf bewertet.

Die Frage nach den Teilnehmern

Die Teilnehmer sind für den Erfolg oder Misserfolg des Brainstormings maßgeblich verantwortlich.

Die Anforderungen an die Teilnehmer sind:

  • Sie arbeiten nicht eng miteinander zusammen und erzeugen dann eine Vielfalt von Ideen
  • Die Teilnehmer sind vom Vorhaben überzeugt
  • Alle Teilnehmenden können sich klar ausdrücken und fantasieren ungehemmt
  • Vermeidung von Hierarchieunterschieden, d. h. nicht die Teilnehmer aus verschiedenen Hierarchieebenen (Chef und Mitarbeiten) als Teilnehmer planen. Das Blockieren von guten Ideen ist die Folge. Mitarbeiter äußern die Idee vor dem Chef nicht.
  • Neben den Teilnehmern wird ein Moderator und ein Protokollführer benötigt. So ist sichergestellt, dass sich die Teilnehmer auf das Brainstorming konzentrieren können

Die Einladung mindestens zwei Tage vor dem Termin verschicken. Alle Teilnehmer haben ausreichend Zeit sich Gedanken zum Thema zu machen.

Wie läuft Brainstorming ab?

Bevor ich auf den Ablauf an sich eingehe, ist es wichtig die Regeln und Protokoll zu erwähnen.

Regeln für das Brainstorming

  • So viele Ideen wie möglich generieren (Quantität vor Qualität).
  • Querdenken und fantasieren ist erlaubt
  • Keine Kritik an anderen Ideen und Lösungsvorschlägen
  • Unmögliches aussprechen
  • die eigene Befangenheit verdrängen
  • keine Angst vor Blamage
  • und die Ideen anderer aufgreifen und weiterspinnen
  • flexibel und abstrakt denken können
Regeln für das Brainstorming
Regeln Brainstorming

Die Regeln sehen auf den ersten Blick verständlich und einfach aus. Aus vielen, selbst teilgenommenen Besprechungen weiß ich, dass die Regeln jeden bekannt sein sollten. Ansonsten wird die Besprechung nicht das gewünschte Ergebnis haben.

Das geliebte Protokoll

Ein meiner Meinung nach wichtiger Punkt ist das Protokoll. Viele Personen belächeln das Protokoll. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Jeder Mensch kann sich viel merken. Wenn es aufgeschrieben ist, dann ist der Sachverhalt eindeutig hinterlegt. Es können keine Diskussionen aus den unterschiedlichen Erinnerungen der Teilnehmer entstehen. Was genau zu dokumentieren ist, erwähne ich unter den Überschriften Ideenfindung und Ideenbewertung.

Der Ablauf des Brainstormings unterteilt sich in:

  • erste Runde der Ideenfindung (ca. 15 bis 20 Minuten)
  • zweite Runde der Ideenfindung (ca. 15 bis 20 Minuten)
  • erste Runde der Ideenauswertung (ca. 15 Minuten je Idee)
  • zweite Runde der Ideenauswertung (ca. 30 Minuten je Idee)

Ablauf – Schritte beim Brainstorming

Es gibt viele Möglichkeiten ein Brainstorming durchzuführen, abhängig von der gewählten Methode. Ich beschreibe nachfolgend den Klassiker der Pinnwand-Methode. In der Einleitung erklärt der Moderator das Thema bzw. das Problem. Er zeigt die Erwartungshaltung des Brainstormings auf.

Ideenfindung

Die anschließende Ideenfindung gliedert sich in zwei Runden zu je 15 bis 20 Minuten.

In der ersten Runde lassen die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf. Der Moderator liest die Ideen laut vor. Er stellt sicher, dass alle Teilnehmer die Idee verstanden haben. Die Karte wird an die Pinnwand gehängt: Ähnliche Ideen werden gruppiert. Anschließend wird eine Pause empfohlen.

In der zweiten Runde werden weitere Ideen generiert. Die Ideen aus der ersten Runde werden auch verwendet. Der Zeitansatz beträgt 15 bis 20 Minuten. Das Vorgehen ist das Gleiche wie in der ersten Runde:

  • Vorstellen der Idee durch Moderator,
  • Karte mit Idee an Pinnwand hängen,
  • gruppieren von ähnlichen Ideen,
  • lange Pause.

Ideenauswertung

Bewertung und Maßnahmenplan

Darauf folgend werden in der Ideenauswertung alle Ideen bewertet und gruppiert (erste Stufe der Ideenauswertung). Eine Priorisierung der Ideen wird durchgeführt. Dabei darf jeder Teilnehmer mit drei Markierungspunkten seine Top 3 Ideen markieren. Die Idee mit den meisten Markierungspunkten wird zuerst ausgewertet. Beleuchtet werden die Risiken (negative Seite der Idee) und die Vorteile bzw. Chancen (positiv) der Idee. Falls das Feedback überwiegend positiv ist, wird sie in der zweiten Stufe weiter diskutiert.

In der zweiten Stufe der Ideenauswertung wird ein Maßnahmenplan ausgearbeitet für die Ideen mit überwiegend positiven Feedback. Der Maßnahmenplan umfasst:

  • die Benennung der Idee,
  • in welchen Umfeld die Idee angewendet werden kann,
  • durchzuführende Maßnahme
  • die Aufgaben, die aus der Maßnahme entstehen
  • wer für die Umsetzung der Idee zuständig ist (Verantwortlicher)
  • die Frist, wann die geplante Maßnahme umgesetzt ist
Maßnahmenplan Brainstorming
Ideen und Maßnahmen

Der Maßnahmenplan ist schriftlich zu erstellen und alle Ideen sind darin enthalten.

Das Protokoll des Maßnahmenplan enthält:

  • Thema des Brainstorming
  • Ziel des Brainstorming
  • Teilnehmer (auch Moderator, Protokollführer)
  • Datum und Ort der Besprechung
  • Gliederung der Idee
    • Benennung der Idee
    • Anwendung der Idee
    • durchzuführende Maßnahme
    • zu erledigende Aufgaben
    • verantwortliche Person
    • Termin (Fälligkeit)

Das Protokoll ist die Grundlage für die Arbeit nach dem durchgeführten Brainstorming.

Nachbereitung des Brainstormings

Ein Brainstorming ist erfolgreich, wenn alle Ideen ausgewertet sind.

Die Empfehlung ist:

Das Protokoll mit den Bildern der Pinnwand und den Maßnahmenplan unverzüglich an die Teilnehmer zu verteilen.

Das Protokoll wird immer wieder aktualisiert:

  • bis alle Ideen ausgewertet bzw. umgesetzt sind
  • und die entsprechenden zugehörigen Aufgaben abgearbeitet sind.

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erstellt am 22.01.2022